29.07.2020
Insektenkirchen machen Schule

Gemeindepädagogin Susanne Lazay-Sterzik berichtet:

Die Idee, eine Insektenkirche zu bauen entstand in diesem Frühjahr. Gerade hinsichtlich der BUGA wollten wir damit ein Zeichen setzen, welches deutlich macht, wie ohne großen Aufwand ein Stück Umweltschutz betrieben werden kann. Bewahrung der Schöpfung wollten wir ein kleines Stück aktiv gestalten. In den Dörfern (Walschleben, Elxleben, Andisleben, Gebesee und Dachwig waren schnell Familien gefunden, welche sich von unserer Idee begeistern ließen. Durch die starken Einschränkungen der Coronazeit waren sowieso nur kleine Projekte im Freien möglich. In jedem Dorf trafen wir uns Woche für Woche mit wenigen Familien. Jeder brachte Baumaterial, gute Ideen und vor allem Freude auf unser Vorhaben mit. Einen Bauplan hatten wir nicht und so waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Wir bauten direkt neben den großen Kirchen unsere Insektenunterkünfte. Beim gemeinsamen Werkeln kamen wir schnell ins Gespräch über Gott und die Welt und natürlich über unsere Erfahrungen mit den kleinen Umweltschutzdingen, die jeder von uns im Alltag bereits umzusetzen versucht. Eine gemeinsame Sache zu verfolgen birgt einen großen gemeinschaftsfördernden Aspekt in sich. Die Kinder suchten eifrig nach Dingen, die zum Befüllen der einzelnen Fächer dienten. Die Frauen und die Männer hatten immer bessere Einfälle, wie unsere Insektenkirche noch attraktiver und insektenfreundlicher gestaltet werden konnte. Immer wieder blieben andere Dorfbewohner bei uns stehen, fragten uns, was wir denn vorhaben und beteiligten sich spontan an unserem Projekt. So mancher lief schnell nach Hause und brachte uns noch nützliche Utensilien. Eine Kirchenuhr zum Beispiel oder Dachpappe zum Verdichten. Erde und Blumensamen wurde zusammen getragen, womit am Ende um die Kirchen kleine Beete anlegten. Aber auch Füllmaterialien wurden uns gebracht. So entwickelten sich unsere Baueinsätze immer mehr zu einem dörflichen Gemeinschaftsprojekt. Besonders kreativ waren die Familien bei der Namensfindung. So heißen unsere Kirchen: Sagrada Familia, St. Michel, St. Pauli, St. Laura und St. Bienenstich. Selbst als es um die Pflege unserer angelegten Bienenglückwiesen ging, fanden sich ganz schell Freiwillige, die sich dafür verantwortlich erklärten (das waren oft völlig kirchenferne Menschen).

Alle Familien der Christenlehrekinder baten wir nach der Fertigstellung unserer Kirchen, die noch offenen Fächer zu befüllen und es war eine Freude zu sehen, wie sich in den Wochen danach Stück für Stück immer mehr "Zimmer" mit gebohrten Hölzern oder Steinen, Bambus, hohlen Hölzern, Tannenzapfen oder Holzwolle füllten.

 

Berührt hat uns sehr, dass so viele Menschen uns für unsere Idee dankten.

Wir werden noch heute auf unsere Kirchen angesprochen und bekommen nur positives Feedback. Die Leiterin des ev. Altenheimes in Gebesee fragte uns letzte Woche an, ob wir den nicht auch im Garten ihrer Einrichtung eine Insektenkirche bauen könnten. Es geht also weiter.......Ab September werden wir dann weiter bauen und wir freuen uns über unsere gemeinsamen Erlebnisse und die schönen neuen Wohnungen für unsere Insekten.

 

Gemeindepädagogin Susanne Lazay - Sterzik des Kirchenkreises Erfurt im Bereich Geratal


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Insektenkirche  Foto: Susanne Lazay - Sterzik